Ich will deine Kultur sehen!


…wie man eine arschlochfreie Zone erkennen kann!

Ich denke, wir stimmen alle überein, dass Kultur etwas Immaterielles ist. Doch wie schaffen es Unternehmen, ihre Kultur spürbar zu machen für Kunden, Mitarbeiter und Bewerber?

Es soll in diesem Post darum gehen, Detailverliebtheit zu entwickeln in die Dinge, die wir vielleicht nicht mehr sehen oder auch sehen wollen. Es geht darum, minimalistische Chancen wahrzunehmen und keine Möglichkeit auszulassen, die eigene Unternehmenskultur nach außen zu transportieren.

Ich habe erst neulich in einem XING-Stellen-Post verfolgen dürfen, wie ein regionaler Unternehmer Unterstützung im Bereich Vertrieb für seine erst kürzlich gelaunchte Regio-Event-Agentur sucht. Er betitelte sein Stellengesuch mit „Arschlochfreie Zone“. Ja, vielleicht eine radikale und auch etwas gewöhnungsbedürftige Formulierung, aber es steckt so viel mehr dahinter.

Neben Maßnahmen wie Flexibilität, Erfolgsbeteiligung, Bezahlung und Aufstiegschancen sollten sich mehr Unternehmen trauen, auszusprechen, was auszusprechen ist…auch wenn es erst einmal hart und resolut klingt.

Spürbar wird Unternehmenskultur in beispielsweise den Mailverläufen mit unseren Kunden, am Meeting-Tisch, beim Telefonat, wenn ich lediglich eine Durchwahl benötige, an der automatisierten Eingangsbestätigung meiner Bewerbung oder in der offenen und charismatischen Auseinandersetzung mit mir und meinen Motivationen in einem persönlichen Gespräch!

Arschlochfreie Zone kann heißen: mehr Menschlichkeit in der tagtäglichen Kommunikation meines Unternehmens nach innen wie nach außen. Gute Laune hat nicht jeder, nicht immer. Umgekehrt sollten wir es unseren Mitarbeitern auch einmal möglich machen, schlechte Laune auch einmal haben zu dürfen. Das macht eine Unternehmenskultur spür- und sichtbar.

Arschlochfreie Zone kann heißen: mehr Ehrlichkeit und Transparenz im Einklang mit wirtschaftlichen und sozialen Zielsetzungen. Auf zu neuen Wort-Ufern, die eine positive Grundstimmung erzeugen, weg mit austauschbaren Floskeln und kopierten Formulierungen.

Arschlochfreie Zone soll heißen: hier will ich arbeiten!

EUER MJN


2 Gedanken zu „Ich will deine Kultur sehen!“

  1. Deine Punkte teile ich absolut! In der Tat eine mutige, aber authentische und somit hoffentlich auch erfolgreiche Stellenausschreibung.

    Schade, dass Unternehmen sich in ihrer Außenwirkung, sei es bei Stellenausschreibungen, Auswahlverfahren etc. doch zu sehr auf das stützen, was in ihren (!!) Augen der Bewerber hören möchte, was für die Zukunft der Firma wünschenswert wäre oder was allgemein im Recruiting anerkannt ist. Zum einen entstehen hiermit Stellenausschreibungen und Positionen, die nicht der Unternehmensrealität entsprechen. Zum anderen – und dies ganz besonders – ist doch die Unternehmenskultur genau das was einzigartig ist, ein Unternehmen vom Wettbewerb abheben und auch die Bewerberauswahl enorm erleichtern kann.

    Letzten Endes wünschen wir „Personaler“ uns ja auch authentische und ehrliche Bewerber, die uns zeigen, wer sie wirklich sind.

    1. Liebe Christelle,

      vielen lieben Dank für deine Meinung. Ich befürchte, dass man nach den Sternen greift, wenn man einen Bewerber gläsern machen möchte, wenn man versuchen will, ihn zu 100% und mit jeder einzelnen Eigenschaft kennenlernen möchte. Das ist aber meiner Ansicht gar nicht so schlimm. Wie sich eine Unternehmenskultur entwickeln darf, so auch das Verhältnis von ihr zum Bewerber und auch umgekehrt. Die Entscheider darin müssen das nur akzeptieren und sich auf die HIRE-Fahnen schreiben. Ich glaube so können wir es schaffen, einen intensiveren Blick auf den Bewerber zu haben wie auch auf uns. Ich denke genau das könnte ein Alleinstellungsmerkmal sein: der transparente Umgang mit Entscheidungen, die menschliche Haltung gegenüber Neuem und Akzeptanz und Vertrauen zu sich und der eigenen Schwächen.
      Danke, euer MJN.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.