(M)Eine Ich-Kultur.

INTRO

Kultur ist etwas, das der Mensch erschaffen hat. Somit steht es im Gegensatz zu der Natur. Ähm. Das sehe ich nicht ganz so. Und aus genau diesem (und anderen Gründen) rufe ich diese Gedankenbörse ins Leben. Motiviert durch meine beruflichen Erfahrungen möchte ich es mir und jedem einzelnen Leser ermöglichen, einmal genauer über die Begriffe Unternehmenskultur(en), Selbstkultur, Unternehmensphilosophie, Wertekultur und Wertegerüst nachzudenken. Nach meinem Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Philosophie bin ich durch den einen oder anderen Umweg in die Personaler-„Szene“ gedriftet und schlussendlich zu diesen Zeilen.

Dieser Blog richtet sich an all diejenige, die schon einmal die Erfahrung gemacht haben, wie ihre eigenen „Wertvorstellungen“ brutal mit einer anderen „Wertvorstellung“ kollidiert sind. Mit „brutal“ meine ich, dass die Kollision so heftig war, dass man unter Umständen damit beginnt, die kulturellen Gegebenheiten als dogmatisch zu betrachten, ohne dabei daran zu denken, dass Kulturen veränderbar sind. Der Begriff der Kultur hängt sehr eng mit dem des „Wertes“ also einer normativen und somit subjektiven Vorstellung des eigenen Handlungsspielraums zusammen. Es soll auch darum gehen, den Begriff „Kultur“, der im Angesicht sozialer und wirtschaftlicher Gegebenheiten sehr häufig instrumentalisiert und man möge mir verzeihen, milisekündlich ausgerotzt wird, aus anderen, möglichen Perspektiven zu betrachten, vorrangig aus der eines Mitarbeiters in einem Unternehmen, sei es drum, welcher Größe.

Ich möchte diese Plattform nutzen, um angrenzende Disziplinen wie die Ethik, die Philosophie, die Betriebswirtschaft und auch die Personalwirtschaft, denn aus dieser entspringe ich, zu integrieren. Integration! Mein Stichwort: Nein, ich möchte keine politische Auf-und-ab-Diskussion anfachen, ich möchte versuchen, Integration in Bezug auf Wertevermittlung zwischen den Institutionen „Unternehmen“ und „Mitarbeiter“ zu betrachten. Institutionen deswegen, weil es bis dato mir zu wenig bekannte Unternehmen geschafft haben, kulturelle Barrieren gänzlich zu überwinden.

Liebe Leser, diese Plattform verspricht Folgendes: Erfahrungsteilung, Ethikinfragestellungen, Unternehmenkultursoptimierungsvorschläge und den ein oder anderen Hirn-Gabel-Hinweis. In diesem Sinne: ich freue mich unsere Kultur! Euer MJN

About.


Mein About.

Neben den täglichen Erlebnissen, die uns mit dem Begriff Kultur konfrontieren, liebe ich es, umzudenken, neu zu denken, anders zu denken und unkonventionell zu entscheiden. Ich habe es mir nicht immer leicht gemacht, wollte und will oft mehr als das möglich Erreichbare. Weshalb? Ich habe mir eine eigene Kultur aufgebaut, die es oft unmöglich gemacht hat, den eigenen Anspruch einmal nicht erreichen zu dürfen. Ich habe hohe Maßstäbe gesetzt, an mich, an die Menschen um mich herum, habe nicht immer Erreichbares verlangt. Das rief Konfrontationen hervor, schuf schon mal eine umgemütliche Atmosphäre. Ich habe eine solide Bildung, dachte ich mir dann.

Theoretische Bildung ist wichtig, schon klar. Praktische aber auch. Es gibt Menschen, die können ohne Denken leben, gut leben, ich nicht. Ich wollte früher immer idealistisch sein, einen großen Anteil meiner Überlegungen konnte ich im Idealismus konservieren, nicht immer erfolgreich. Ich kann nicht gut erfolgreich scheitern, dafür hole ich mir viele Meinungen ein. Ich kenne gescheiterte Menschen, nicht gänzlich gescheitert, teil-gescheitert und unglaublich reich an Ideen. Das tut gut. Ich bin ein modern-denkender Mensch, wenn es das bei den zeitgenössischen Erfahrungen überhaupt noch gibt.

Ich liebe andere Länder, weil ich gerne anecke. Nicht im herkömmlichen Sinn, weil es Spaß macht, grundsätzlich rebellisch zu sein. Nein, in einem positiven Sinn. Ich mag es, nicht zu wissen, wie ich auf etwas Neues reagiere, mag es, Gewohntes nicht machen zu dürfen, ,,weil man das hier so macht“. Ich mag es, so lange, wie es meine Freiheit nicht einschränkt. Ich bin kein krankhaft freiheitsliebender Idealist, nie gewesen. Vielmehr versuche ich  nahezu Allem, was ich anpacke und denke, etwas Gemeinnütziges abzugewinnen. Ich versuche, mein Leben so zu leben, dass Menschen um mich herum wollen, dass ich ihren Weg begleite. Gleiches möchte ich auch mit diesen Menschen erleben. Ich möchte herausfinden, weshalb oft das „Mensch-gemachte“ das konfrontationsseichte ist. Möchte wissen, weshalb der Mensch – und ich versuche das zu beschreiben als eine in Deutschland aufgewachsene Person – so oft daran scheitert, was er selbst entwickelt hat.

Ich habe Ideen, an was das liegen kann, was Ursachen für diese falschen Annahmen sein könnten. Da ich das am stärksten in meiner beruflichen Laufbahn spüre und hier auch einige Stationen durchlebt habe, möchte ich diesen Blog hauptsächlich aus dieser Warte schreiben. Weshalb schafft man eine Unternehmenskultur, die es anscheinend gar nicht schaffen kann, gelebt zu werden. Weshalb entwickelt man unwirkliche Dogmen, die nicht „kulturell“ sind. Mit „kulturell“ meine ich einen Zustand, der sich absolut gar nicht an die Natur des Menschen richtet. In einem zynischen Sinn.  Keine leichte Aufgabe, aber was ist schon leicht.

Euer MJN