Leise und heimlich…


…hinter den Rücken der #Unternehmenskulturisten!

Wer bereits einmal von einem Headhunter angeschrieben wurde, kennt diese hülsenartigen, inhaltsleeren und austauschbaren Floskeln, die tatsächlich den Anspruch zu haben scheinen, den Gegenüber vom Stuhl zu hauen während ihm die Worte im Hals stecken bleiben: ein sooo tolles Angebot habe ich ja noch nie nie bekommen! *würg*!!!

Liebe Unternehmen, liebe HR- und Recruiting-Führungskräfte, habt ihr euch ernsthaft und mit nachhaltigem Anspruch mit den von euch beauftragten externen Personaldienstleistern kommuniziert und Ihnen auch nur im Ansatz versucht zu erklären, dass Personalgewinnung auch Unternehmenskultur sein sollte? Habt ihr die Zeit wirklich genutzt, um in Methoden und Strategien der Kopfjäger einen Einblick zu gewinnen, um zu spüren, wie eure Unternehmenskultur über einen Dritten kommuniziert wird? Anscheinend planen das die Wenigsten, was zum Leidwesen vieler Fachkräfte zu interpretieren ist. Es ist eine Schande, dass der Gedanke vorherrscht, Unternehmenskultur könnte von einem eigenen Mitarbeiter aus kommuniziert werden. Beispiele für das Gegenteil kenne ich genug.

Ich suche erst gar nicht nach hochtrabenden Worten für das, was ich eigentlich ausdrücken will, denn es nervt schlichtweg und kann unter Umständen auch richtig ankotzen!

Es nervt deshalb so sehr, weil wir HR-Blogger und HR-Recruiter jeden Tag in und neben unserer Tätigkeit dafür nutzen, um das oft zitierte angestaubte HR greifbarer, authentischer und transparenter zu machen und mit völlig verblödeten copypaste-Messages alles mit nur einem „Senden“ leise und heimlich hinter den Rücken der bemühten Unternehmenskulturisten fast schon mutwillig zerstört wird.

Das kann und darf euch in den Unternehmen nicht egal sein, denn neben den völlig irrationalen und exorbitanten Provisionen geht euch noch viel mehr verloren: eure Unternehmenskultur, wenn denn eine vorhanden ist!

Ach und damit ihr wisst, von was ich heute spreche:

„Es erwartet Sie ein sehr attraktives Gehaltspaket, eine abwechslungsreiche Tätigkeit, ein (…) dynamisches Team sowie attraktive Weiterentwicklungsperspektiven in einem wachsenden Unternehmen. Gerne würde ich mit Ihnen (…) über die Position sprechen. Ist diese Herausforderung für Sie von Interesse? Gerne würde ich mich hierzu mit Ihnen austauschen, um Ihnen einen tiefer gehenden Einblick in die Position, das Unternehmen (…) zu geben. Ich freue mich über eine Kontaktaufnahme Ihrerseits!“

Euer MJN


 

Ich will deine Kultur sehen!


…wie man eine arschlochfreie Zone erkennen kann!

Ich denke, wir stimmen alle überein, dass Kultur etwas Immaterielles ist. Doch wie schaffen es Unternehmen, ihre Kultur spürbar zu machen für Kunden, Mitarbeiter und Bewerber?

Es soll in diesem Post darum gehen, Detailverliebtheit zu entwickeln in die Dinge, die wir vielleicht nicht mehr sehen oder auch sehen wollen. Es geht darum, minimalistische Chancen wahrzunehmen und keine Möglichkeit auszulassen, die eigene Unternehmenskultur nach außen zu transportieren.

Ich habe erst neulich in einem XING-Stellen-Post verfolgen dürfen, wie ein regionaler Unternehmer Unterstützung im Bereich Vertrieb für seine erst kürzlich gelaunchte Regio-Event-Agentur sucht. Er betitelte sein Stellengesuch mit „Arschlochfreie Zone“. Ja, vielleicht eine radikale und auch etwas gewöhnungsbedürftige Formulierung, aber es steckt so viel mehr dahinter.

Neben Maßnahmen wie Flexibilität, Erfolgsbeteiligung, Bezahlung und Aufstiegschancen sollten sich mehr Unternehmen trauen, auszusprechen, was auszusprechen ist…auch wenn es erst einmal hart und resolut klingt.

Spürbar wird Unternehmenskultur in beispielsweise den Mailverläufen mit unseren Kunden, am Meeting-Tisch, beim Telefonat, wenn ich lediglich eine Durchwahl benötige, an der automatisierten Eingangsbestätigung meiner Bewerbung oder in der offenen und charismatischen Auseinandersetzung mit mir und meinen Motivationen in einem persönlichen Gespräch!

Arschlochfreie Zone kann heißen: mehr Menschlichkeit in der tagtäglichen Kommunikation meines Unternehmens nach innen wie nach außen. Gute Laune hat nicht jeder, nicht immer. Umgekehrt sollten wir es unseren Mitarbeitern auch einmal möglich machen, schlechte Laune auch einmal haben zu dürfen. Das macht eine Unternehmenskultur spür- und sichtbar.

Arschlochfreie Zone kann heißen: mehr Ehrlichkeit und Transparenz im Einklang mit wirtschaftlichen und sozialen Zielsetzungen. Auf zu neuen Wort-Ufern, die eine positive Grundstimmung erzeugen, weg mit austauschbaren Floskeln und kopierten Formulierungen.

Arschlochfreie Zone soll heißen: hier will ich arbeiten!

EUER MJN